Pflanzen erkunden

Pflanzen bestimmen und richtig pflegen

Nadelgehölz

Sadebaum: giftiger Bodendecker für sonnige Böschungen

Der Sadebaum ist ein niedriger, immergrüner Wacholder, der sonnige Böschungen und Terrassen dicht begrünt. Er ist stark giftig und gehört nicht in die Nähe von Birnbäumen.

Sadebaum

Der Sadebaum ist ein niedriger, breit kriechender Wacholder, der den Boden mit dichtem, dunkelgrünem Laub bedeckt. Er bleibt meist unter einem Meter hoch und ist das ganze Jahr über grün. Ein sicheres Erkennungszeichen ist sein Geruch: Zerreibt man die Triebe zwischen den Fingern, riechen sie streng und eher unangenehm. Im Garten ist er ein genügsamer Bodendecker für sonnige Hänge. Allerdings ist er stark giftig und verträgt sich nicht mit Birnbäumen in der Nachbarschaft.

Steckbrief

Botanischer NameJuniperus sabina
FamilieZypressengewächse (Cupressaceae)
Wuchshöhe60 bis 100 cm, breit kriechend
BlütezeitApril bis Mai, unscheinbar
Standortsonnig
Bodenanspruchslos, gedeiht auf allen Böden, verträgt Trockenheit
Winterhärtevollständig winterhart
Giftigkeitalle Pflanzenteile stark giftig
VerwendungBodendecker für Böschungen, Terrassen und Hänge

Erkennungsmerkmale

Die Zweige des Sadebaums wachsen flach ausgebreitet oder schräg aufsteigend und bilden mit der Zeit einen geschlossenen Teppich. Das Laub sitzt sehr dicht. An jungen Pflanzen und an manchen Trieben finden Sie kurze, spitze Nadeln, an älteren Zweigen überwiegend kleine, eng anliegende Schuppenblätter. Die Blüten im Frühjahr fallen kaum auf. Aus ihnen entwickeln sich kleine, kugelige Beerenzapfen, die im reifen Zustand blauschwarz und hell bereift sind. Herkunft der Art sind die Gebirge Mittel- und Südeuropas sowie Teile Asiens, wo sie auf sonnigen, steinigen Hängen wächst.

Standort und Boden

Der Sadebaum braucht viel Licht. In voller Sonne wächst er dicht und kompakt, im Schatten verkahlt er und wird licht. An den Boden stellt er kaum Ansprüche: Er kommt mit mageren, steinigen und trockenen Lagen ebenso zurecht wie mit normaler Gartenerde. Staunässe sollten Sie vermeiden.

Wichtig: Pflanzen Sie den Sadebaum nie in die Nähe von Birnbäumen. Er ist Wirt des Birnengitterrosts, eines Rostpilzes, der zwischen Wacholder und Birne wechselt. Auf den Birnblättern verursacht er auffällige orangefarbene Flecken und kann die Bäume deutlich schwächen.

Pflanzen und Pflege

Einmal eingewachsen, kommt der Sadebaum fast ohne Pflege aus. Er übersteht Trockenperioden gut und muss nur nach der Pflanzung regelmäßig gegossen werden, bis er angewachsen ist. Wird er zu groß oder breitet er sich zu weit aus, können Sie ihn zurückschneiden. Schneiden Sie dabei möglichst nicht bis ins kahle Holz, denn dort treiben Wacholder nur zögerlich wieder aus.

  • Vermehrung: durch Stecklinge im Juli und August
  • Schnitt: bei Bedarf möglich, gut verträglich
  • Krankheiten: Rost, vor allem in der Nähe von Birnbäumen

Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe, denn der Pflanzensaft kann die Haut reizen.

Giftigkeit und Verwendung im Garten

Der Sadebaum zählt zu den giftigsten heimischen Gehölzen, alle Pflanzenteile sind stark giftig. Weil Nadeln und Beerenzapfen sehr unangenehm schmecken, kommt eine Vergiftung durch Verzehr selten vor. Wo kleine Kinder spielen, ist trotzdem Vorsicht geboten. Auch Haustiere sollten keinen Zugang zur Pflanze haben.

Gärtnerisch spielt der Sadebaum seine Stärken als Bodendecker aus. Er begrünt sonnige Böschungen, Terrassenkanten und Hänge dicht, hält den Boden fest und unterdrückt Unkraut. Gut kombinieren lässt er sich mit anderen kompakten Nadelgehölzen, etwa dem Blauzeder-Wacholder, der Zwerg-Scheinzypresse oder der Blauen Mädchenkiefer. So entstehen pflegeleichte, ganzjährig grüne Pflanzungen.