Geißblatt – Jelängerjelieber: duftender Schlinger
Das Echte Geißblatt, auch Jelängerjelieber genannt, treibt schon im März aus und trägt von Mai bis Juli duftende, gelblich weiße Blüten. Hier lesen Sie, woran Sie die Kletterpflanze erkennen und wie Sie sie richtig pflanzen und pflegen.
Das Echte Geißblatt, im Volksmund Jelängerjelieber genannt, gehört zu den ersten Kletterpflanzen, die im Gartenjahr austreiben: Schon im März zeigt sich das frische Laub. Unverwechselbar sind die oberen Blattpaare, die am Grund zu einer runden Scheibe verwachsen sind. Aus dieser Scheibe heraus erscheinen von Mai bis Juli die duftenden, gelblich weißen Blüten.
Steckbrief
| Botanischer Name | Lonicera caprifolium |
|---|---|
| Familie | Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) |
| Wuchsform | Windender Strauch, treibt früh aus |
| Wuchshöhe | 3–5 m |
| Blütezeit | Mai bis Juli |
| Blüte | 4–5 cm lang, gelblich weiß bis gelb mit rötlichen Streifen, duftend |
| Standort | Sonne bis Halbschatten, Wurzelbereich beschattet |
| Boden | Humusreich, feucht, kalkarm |
| Winterhärte | Winterhart |
| Giftigkeit | Beeren schwach giftig |
| Vermehrung | Absenker |
| Verwendung | Spaliere, Pergolen, Zäune, alte Bäume |
Erkennungsmerkmale
Vom heimischen Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) lässt sich das Jelängerjelieber gut unterscheiden. Es blüht etwas früher, und seine elliptischen Blätter sind im oberen Triebbereich paarweise miteinander verwachsen. Diese Blattscheiben wirken wie kleine Schalen, in denen die Blütenbüschel sitzen.
Die röhrenförmigen Blüten werden 4–5 cm lang. Sie sind gelblich weiß bis gelb gefärbt und außen hübsch rötlich gestreift. Ihr süßer Duft ist besonders abends deutlich wahrnehmbar. Im Sommer entwickeln sich in den verwachsenen Blattschalen rote Beeren. Sie sind schwach giftig und gehören daher nicht in Kinderhände.
Standort und Boden
Das Jelängerjelieber ist ausgesprochen anpassungsfähig. Ob es in voller Sonne oder im Halbschatten steht, macht für das Wachstum kaum einen Unterschied. Wichtiger ist, dass der Wurzelbereich kühl und schattig bleibt, etwa durch eine Unterpflanzung mit Stauden oder eine Mulchschicht. Am besten gedeiht die Pflanze in humusreicher, gleichmäßig feuchter und eher kalkarmer Erde. Darüber hinaus stellt sie an den Boden keine großen Ansprüche.
Pflanzen und Pflege
Als Schlinger windet sich das Geißblatt um seine Stütze und um die eigenen Triebe. An Wänden und Mauern braucht es deshalb eine Kletterhilfe, zum Beispiel ein Spalier, gespannte Drähte oder eine Kette. Selbstklimmer wie Efeu kommen ohne solche Hilfen aus, das Geißblatt dagegen nicht.
- Wässern: Gießen Sie reichlich, vor allem in trockenen Sommerwochen. Ausgetrockneter Boden schwächt die Pflanze.
- Schnitt: Entfernen Sie alte, verkahlte Triebe, damit sich die Pflanze verjüngt und von unten nachwächst.
- Vermehrung: Am einfachsten über Absenker. Dabei legen Sie einen bodennahen Trieb in die Erde und trennen ihn nach der Bewurzelung von der Mutterpflanze ab.
Verwendung im Garten
Am schönsten entfaltet sich das Jelängerjelieber, wenn es frei klettern darf. An einem Draht, einer Kette oder am Stamm eines alten Baumes kann es bis in die Krone hinaufwachsen. Dabei geschieht etwas Bemerkenswertes: Hat ein Trieb den Baum erklommen, winden sich die folgenden um ihn herum. So entsteht mit der Zeit ein kräftiges, seilartiges Geflecht aus vielen Trieben. Ebenso eignet sich die Pflanze für Pergolen, Zäune und Lauben, in deren Nähe man den Abendduft genießen kann.
Wer eine Pergola abwechslungsreich begrünen möchte, kann das Geißblatt mit anderen Kletterpflanzen kombinieren, etwa mit der Clematis ‚Huldine‘. Für schattigere Wände ist die Kletterhortensie eine gute Ergänzung.


