Efeu: immergrüner Kletterer für Mauern und Schatten
Efeu (Hedera helix) klettert mit Haftwurzeln selbstständig an Mauern und Bäumen, gedeiht auch an der Nordseite und kann mehrere hundert Jahre alt werden. Hier lesen Sie, worauf es bei Standort, Pflege und Vermehrung ankommt.
Efeu erkennen Sie an seinen ledrigen, dunkelgrün glänzenden Blättern, die das ganze Jahr über an der Pflanze bleiben, und an den feinen Haftwurzeln, mit denen sich seine Triebe dicht an Mauern, Felsen und Baumstämme anlegen. Der heimische Kletterer wächst eher gemächlich, wird dafür aber außergewöhnlich alt: Mehrere hundert Jahre sind möglich, und in geeigneten Lagen klettert er bis zu 20 Meter hoch.
Steckbrief
| Botanischer Name | Hedera helix |
|---|---|
| Herkunft | Europa |
| Wuchshöhe | meist 8–10 m, in günstigen Lagen bis 20 m |
| Wuchs | kletternd oder bodendeckend, immergrün, teilweise verholzend |
| Blütezeit | Spätsommer bis Herbst, nur an der Altersform |
| Standort | Halbschatten bis Schatten, verträgt auch sonnigere Lagen |
| Boden | tiefgründig, frisch bis feucht, nährstoffreich |
| Winterhärte | winterhart |
| Giftigkeit | alle Pflanzenteile giftig, besonders die Beeren |
| Verwendung | Fassaden- und Mauerbegrünung, Bodendecker, Begrünung von Bäumen |
Erkennungsmerkmale
Efeu bildet zwei deutlich verschiedene Triebformen. Die kletternden Jugendtriebe tragen die bekannten gelappten Blätter und viele kräftige Haftwurzeln. Hat die Pflanze ein gewisses Alter und genug Licht erreicht, entstehen frei abstehende Triebe mit rundlichen, ungelappten Blättern und nur noch wenigen, kleinen Kletterwurzeln. Nur diese Altersform blüht und trägt Früchte. Die unscheinbaren, gelbgrünen Blütendolden erscheinen spät im Jahr und sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Danach reifen dunkle Beeren, die für Menschen giftig sind.
Bewurzelt man Stecklinge dieser Altersform, bleibt ihr Wuchs erhalten: Es entstehen buschige, nicht kletternde Pflanzen. Ein Beispiel dafür ist Hedera helix 'Arborescens' mit breit ausladendem Wuchs.
Standort und Boden
Was das Licht angeht, ist Efeu wenig anspruchsvoll. Er wächst an Süd- wie an Nordwänden, fühlt sich im Halbschatten und Schatten aber am wohlsten. Gerade unter Bäumen und an schattigen Stellen breitet er sich gern flächig aus und bildet einen dichten, immergrünen Bodenbelag. Am besten gedeiht er in tiefgründigem, gleichmäßig feuchtem und nährstoffreichem Boden.
Am liebsten klettert Efeu an Steinmauern, Felsen oder in Bäumen. Er hält sich auch an Putz und Beton. Seine Haftwurzeln geben allerdings Säuren ab, die Kalkwände sowie Kalkstein und Marmor angreifen können. Prüfen Sie Fassaden deshalb vor dem Pflanzen: Das Mauerwerk sollte intakt sein, und empfindliche Natursteinflächen sind keine gute Wahl.
Pflanzen und Pflege
- Junge Pflanzen brauchen Schutz vor Wind, bis sie sich fest verankert haben.
- Halten Sie den Boden besonders in der Anwachsphase gleichmäßig feucht.
- Efeu verträgt Rückschnitt gut. So halten Sie ihn von Fenstern, Dachrinnen und Dachziegeln fern.
- Tragen Sie bei Schnittarbeiten Handschuhe, denn der Pflanzensaft kann die Haut reizen.
Zur Vermehrung eignen sich Stecklinge. Sie bewurzeln sich während der gesamten Wachstumszeit innerhalb von drei bis vier Wochen.
Verwendung im Garten
Efeu ist eine der wenigen immergrünen Kletterpflanzen und begrünt Mauern, Zäune und schattige Hausseiten auch im Winter. Als Bodendecker eignet er sich für schwierige Schattenplätze, an denen Rasen kaum wächst. Einen ähnlichen Selbstklimmer für den Schatten finden Sie in der Kletterhortensie, die im Sommer zusätzlich weiß blüht. Wer eine Fassade mit kräftiger Herbstfärbung begrünen möchte, findet in der Dreispitz-Jungfernrebe eine laubabwerfende Alternative. Weil alle Teile des Efeus giftig sind, sollten Sie ihn in Gärten mit kleinen Kindern mit Bedacht einsetzen.


