Clematis ‚Huldine‘: zierliche Waldrebe mit weißen Blüten
Die Clematis ‚Huldine‘ stammt von der Italienischen Waldrebe ab und hat deren natürliche Ausstrahlung behalten. Von Juli bis September bedeckt sie Pergolen und Mauern mit zahlreichen weißen Blüten.
Die Clematis ‚Huldine‘ ist eine feingliedrige Waldrebe, die zwischen den vielen großblumigen Gartensorten durch ihre schlichte Art auffällt. Ihre Abstammung von der Italienischen Waldrebe (Clematis viticella) sieht man ihr noch deutlich an. Die weißen Blüten sind zwar größer als die der Wildart, aber genauso aufgebaut. Dadurch wirkt die Pflanze natürlich und leicht, aber nicht wild.
Steckbrief
| Botanischer Name | Clematis ‚Huldine‘ (Viticella-Gruppe) |
|---|---|
| Wuchshöhe | bis 350 cm |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Blütenfarbe | Weiß |
| Standort | sonnig bis halbschattig, geschützt |
| Boden | durchlässig, humos, lehmig, ohne Staunässe |
| Winterhärte | winterhart |
| Giftigkeit | in allen Teilen schwach giftig, der Pflanzensaft kann die Haut reizen |
| Verwendung | Pergolen, Mauern, Hauswände, Rankgerüste |
| Vermehrung | durch Veredelung |
Erkennungsmerkmale
‚Huldine‘ wächst mit dünnen Trieben, die sich mit ihren Blattstielen an Kletterhilfen festhalten. Die weißen Blüten erscheinen ab Juli in großer Zahl und öffnen sich bis in den September hinein immer wieder neu. Gut eingewachsene Pflanzen bilden mit ihrem Laub dichte Vorhänge, aus denen die Blüten wie eine Kaskade herabfallen. Die Pflanze wirkt dabei nie schwer. Ihre feine Gestalt verdankt sie der Wildart, von der sie abstammt.
Standort und Boden
Die Sorte gedeiht in der Sonne und im Halbschatten, am besten an einem geschützten Platz an einer Pergola, Mauer oder Hauswand. Wichtig ist der Boden: Er sollte humos, lehmig und gut durchlässig sein. Wie alle Waldreben mag ‚Huldine‘ es, wenn die Triebe in der Sonne stehen und der Wurzelbereich kühl und schattig bleibt. Staunässe verträgt sie nicht, denn nasser Boden begünstigt Fäulnis am Wurzelhals.
Pflanzen und Pflege
Mit etwas Sorgfalt bei der Pflanzung schaffen Sie gute Voraussetzungen für viele Jahre:
- Füllen Sie als unterste Schicht im Pflanzloch Kies oder Sand als Drainage ein.
- Setzen Sie niedrige Bodendecker vor die Pflanze, damit der Wurzelhals im Schatten liegt.
- Binden Sie die jungen Triebe an die Kletterhilfe und leiten Sie sie anfangs nach oben.
- Gießen Sie ausreichend, besonders in trockenen Sommerwochen.
- Lichten Sie die Pflanze im Frühjahr aus. Sorten der Viticella-Gruppe blühen an den Trieben des laufenden Jahres und vertragen daher auch einen kräftigen Rückschnitt.
In den ersten Jahren nach der Pflanzung brauchen Sie Geduld, denn ‚Huldine‘ wächst nur langsam an. Erst danach legt sie richtig zu.
Krankheiten
Gefürchtet ist die Clematiswelke. Bei dieser Krankheit welken Triebe oder ganze Pflanzen innerhalb weniger Tage und sterben ab. Wildarten und ihre nahen Abkömmlinge wie ‚Huldine‘ sind dafür deutlich weniger anfällig als viele großblumige Hybriden. Regelmäßiges, reichliches Gießen beugt zusätzlich vor. Achten Sie außerdem auf Wurzelhalsfäule, die vor allem in schlecht durchlässigen Böden auftritt.
Verwendung im Garten
Mit ihren weißen Blüten hellt ‚Huldine‘ dunkle Mauern und Pergolen auf und wirkt auch in der Dämmerung noch gut. Sie passt zu naturnah gestalteten Gärten und lässt sich mit anderen Kletterpflanzen kombinieren, etwa mit dem duftenden Geißblatt. Für schattige Wände ohne Rankgerüst eignet sich dagegen eher die selbstkletternde Kletterhortensie.


