Hängebuche: eleganter Solitärbaum mit Zweigvorhang
Die Hängebuche ist eine Hängeform der heimischen Rotbuche: Ihre Äste wachsen waagerecht, und die Zweige hängen bis auf den Boden. Wer genug Platz und etwas Geduld hat, bekommt mit ihr einen markanten Baum für viele Jahrzehnte.
Die Hängebuche erkennen Sie schon von Weitem an ihrem Wuchs: Die Äste stehen fast waagerecht vom Stamm ab oder wachsen in weiten Bögen nach außen, und die langen, dünnen Zweige hängen wie ein Vorhang bis auf den Boden. Botanisch ist sie eine Form der Rotbuche, die in Mitteleuropa heimisch ist und bei uns fast überall wächst. Von ihr hat die Hängebuche die glatte, hellgraue Rinde und das typische Buchenlaub.
Steckbrief
| Botanischer Name | Fagus sylvatica 'Pendula' |
|---|---|
| Familie | Buchengewächse (Fagaceae) |
| Wuchshöhe | 15 bis 20 m, in der Jugend sehr langsamer Wuchs |
| Blütezeit | April bis Mai, unscheinbar, zeitgleich mit dem Laubaustrieb |
| Standort | sonnig bis schattig, windgeschützt |
| Boden | tiefgründig, lehmig, kalkhaltig, gut durchlässig |
| Winterhärte | vollständig winterhart |
| Giftigkeit | rohe Bucheckern in größeren Mengen schwach giftig |
| Pflanzzeit | Frühjahr |
| Verwendung | Solitärbaum für größere Gärten und Parks |
Erkennungsmerkmale
Die Krone der Hängebuche wächst eher in die Breite als in die Höhe. Durch die überhängenden Äste und die bis zum Boden reichenden Zweige wirkt jeder Baum ein wenig anders, oft fast malerisch. Im Laufe des Jahres wechselt das Laub mehrmals die Farbe: Frisch ausgetriebene Blätter sind hellgrün und mit feinen Härchen bedeckt, im Sommer glänzen sie dunkelgrün, und im Herbst färben sie sich gelb bis rötlich braun. Die Früchte sind die bekannten Bucheckern in stacheligen Fruchtbechern. Eine ähnlich hängende Wuchsform, allerdings mit hellerem und feinerem Laub, hat die Trauerbirke.
Standort und Boden
Die Hängebuche verträgt auch Schatten, wächst jedoch nur gut, wenn sie vor Wind geschützt steht. Wichtiger als das Licht ist der Boden: Ideal ist ein tiefgründiger, lehmiger und kalkhaltiger Boden, der Wasser gut ableitet. Auf nassen, verdichteten Böden mit Staunässe kommt sie schlecht zurecht.
Pflanzen und Pflege
Pflanzen Sie die Hängebuche am besten im Frühjahr. In den ersten Jahren braucht der junge Baum Ihre besondere Aufmerksamkeit:
- Gießen Sie regelmäßig und gründlich, vor allem in trockenen Phasen, damit der Baum gut einwurzelt.
- Ein windgeschützter Platz verhindert, dass junge Triebe und Blätter Schaden nehmen.
- Kontrollieren Sie im Frühjahr die jungen Blätter: In manchen Jahren befallen Blattläuse vor allem jüngere Bäume.
Rechnen Sie mit Geduld, denn anfangs wächst die Hängebuche ausgesprochen langsam. Einen Rückschnitt braucht sie normalerweise nicht, da sich die typische Kronenform von selbst entwickelt.
Verwendung im Garten
Ihre volle Wirkung entfaltet die Hängebuche nur als frei stehender Solitärbaum. Dann lässt sich auch der Farbwechsel des Laubs im Jahresverlauf gut verfolgen. In kleine Gärten passt sie kaum. Weil es aber viele Jahre dauert, bis sie etwa 10 m Höhe erreicht, eignet sie sich durchaus für mittelgroße Grundstücke, sofern sie dort genug Platz zur Seite hat. Bleibt die Fläche unter ihr frei, entsteht mit der Zeit unter dem Zweigvorhang ein geschützter, schattiger Raum. Wenn Sie einen anderen großen, langlebigen Laubbaum suchen, ist auch der Bergahorn eine Möglichkeit. Trotz des ähnlichen Namens ist die Hainbuche übrigens keine echte Buche, sondern gehört zu den Birkengewächsen.


